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Vor 10.000 Jahren verwandelte die letzte Eiszeit Nordeuropa in eine polare Wüste. In den abgeschiedenen schottischen Highlands entstand daraus schließlich ein unverwechselbares Landschaftsbild mit dem See Loch Ness, wo ein legendäres Ungeheuer sein Unwesen treibt. Ob es Nessie wirklich gibt, wer weiß.......
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Nur wenige Wissenschaftler wagten es bisher, ihren Ruf aufs Spiel zu setzen und den See ernsthaft zu untersuchen. Denn zu groß waren die Befürchtungen, als Ungeheuer-Jäger abgestempelt zu werden. Der britische Biologe Glen George und andere führende Naturwissenschaftler der Freshwater Biological Association glauben, daß Loch Ness aus zwei übereinanderliegenden Seen besteht: der eine enthält demnach eine wärmere Wasserschicht, die wenig Leben enthält, der zweite setzt sich aus kalten Strömungen zusammen - mit unbekannten Lebensgemeinschaften, die das Forscherteam näher bestimmen will.
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Seine Abgeschiedenheit und das schwierige Gelände, das zum Beispiel Landwirtschaft unmöglich macht, haben dafür gesorgt, daß Loch Ness über Jahrhunderte hinweg unberührt blieb. Loch Ness ist das größte Süßwasservorkommen im Vereinigten Königreich. Ein See ist im Durchschnitt nur 20 Meter tief. Doch hier fallen die Uferwände unglaubliche 210 Meter ab. Die meisten Süßwasser-Seen sind vom Meer isoliert - nicht so Loch Ness. Der Kaledonische Kanal verbindet den See mit dem Atlantischen Ozean. Von Urquart Castle an der Nordseite des Sees wollen die meisten Menschen das Ungeheuer von Loch Ness beobachtet haben: eine schwarze, sich wellenförmig bewegende Kreatur. Die britische Psychologin Susan Blackmore glaubt indessen, daß die Augenzeugen den Tücken visueller Wahrnehmungen zum Opfer gefallen sind. Denn es ist durchaus denkbar, daß manche Frauen und Männer die Bedrohlichkeit der rauhen Landschaft mit der Gestalt eines Monsters in Verbindung bringen. Wenn es tatsächlich ein Ungeheuer gibt, müßte es auch genügend Nahrung für Nessie geben. Der Meeresbiologe Colin Bean untersucht den Fischbestand von Loch Ness. Vor mehr als 20 Jahren schätzte man den gesamten Bestand auf rund drei Tonnen - wohl kaum genug für einen großen Fischräuber. Die Daten von Colin Bean beweisen jedoch, daß mindestens 27 Tonnen Fisch vorhanden sind, so daß sich Nessie durchaus ernähren könnte. Viele Menschen denken, das Ungeheuer von Loch Ness - wenn es denn eines gibt - sei ein Plesiosaurier, und zwar aufgrund seiner Höcker und seines langen Halses. Doch diese Vermutung ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus eher unwahrscheinlich, denn die Plesiosaurier starben bereits vor ungefähr 70 Millionen Jahren aus. Und der See Loch Ness ist nicht älter als 10.000 Jahre. Ob es Nessie also tatsächlich gibt, ist nach wie vor eine Glaubensfrage.

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