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Glen Coe Das Tal der Tränen
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Wer nicht von Edinburgh über Perth nach Inverness fährt, sondern von Glasgow auf der A 82, am Loch Lomond entlang, kommt durch jenen Teil der Highlands, der lange als der schaurigste galt. Nach ihrer Niederlage bei Killiecrankie hatte die englische Regierung den rebellischen Clan-Chiefs ein Ultimatum gestellt. Wer bis zum 31. Dezember 1691 den Treueeid auf William III. nicht geleistet hatte, durfte kein Pardon erwarten. MacIan, Führer der MacDonalds of Glencoe, zögerte diese Unterwerfung bis zuletzt hinaus. Schließlich kam er, schlechten Wetters wegen, kurz nach Ablauf der Frist in Inveraray an, um seinen Eid zu leisten. Der wurde protokolliert und MacDonald of Glencoe kehrte zurück in der Über zeugung, sein Clan habe nun nichts mehr zu befürchten. Sir John Dalrymple indes, Schottland-Minister Williams III., nahm die Terminüberschreitung als willkommenen Vorwand, um an den MacDonalds ein Exempel zu statuieren. Er gab Order, "diesen diebischen Stamm auszurotten" ("put all to the sword under seventy"). Am 1. Februar 1692 marschierte Captain Robert Campbell of Glenlyon mit 120 Rotröcken seines Clans in die Schlucht von Glen Coe. Er gab vor Quartier zu suchen. Die MacDonalds, arglos, öffneten ihre Türen. Fast zwei Wochen genossen die Campbells die Gastfreundschaft der MacDonalds. Dann kam der 13. Februar 1692.
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Noch am Abend zuvor hatte Glenlyon mit dem alten MacIan of Glencoe gegessen, Karten gespielt und Wein getrunken; auf die Gesundheit der MacDonalds. Am anderen Morgen, um Fünf Uhr, ließ er sie töten. Männer, Frauen und Kinder wurden aus ihren Betten gezerrt und erschossen, ihre Leichen wurden auf den Misthaufen geworfen, ihre Hütten in Brand gesteckt, ihre Kühe und Schafe fortgetrieben. Viele, in letzter Sekunde gewarnt, flohen in die Berge. Wie viele dort im Schneesturm umkamen, wie viele an Hunger und Erschöpfung starben, wurde nie genau bekannt. " Das einzige was ich bedauere", erklärte Sir Dalrymple:" das irgendwelche davongekommen sind" nicht die Zahl der Toten, empörte das Land. Es hatte blutigere Massaker gegeben in der Geschichte der Clans. Aber dass die Mörder fast vierzehn Tage en famille mit ihren Opfern gelebt hatten, dieser schändliche Verrat, der Missbrauch der Gastfreundschaft, war das niederträchtigste aller Verbrechen.
Als Queen Victoria im September 1873 in der Schlucht von Glen Coe picknickt, sieht sie noch die Steine der verwüsteten Hütten , die die blutige, schreckliche Geschichte des Elends erzählen. Die Umgebung selbst steigert noch den schrecklichen Gedanken, dass eine solche Tat geplant und begangen werden konnte an unschuldigen, schlafenden Menschen. Und dann, der unerträglichste Gedanke der Königin:" Let me hope that William III. knew nothing of it." Aber der König wusste nicht nur davon, er selbst hatte den Befehl unterschrieben, den er später vorgab, nicht einmal gelesen zu haben. Erst 1695 sah sich William III. durch das schottische Parlament genötigt, eine Untersuchungskommission einzusetzen. Sie nannte die Aktion was sie war: Mord. Zur Rechenschaft gezogen wurde niemand. Zwar musste Sir John Dalrymple seinen Ministersessel räumen, aber der König entschädigte ihn mit einer üppigen Pension. So blieb auch auf William III. der Schatten von Glen Coe.
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