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Culloden

 

19. August 1745, mehr als 1000 Clansmen, Clanranald Macdonalds, Camerons, Keppoch and Glengarry Macdonells, Stewarts und Rob Roy's Sohn, James MacGregor, versammeln sich um die hochgewachsene Figur von Charles Stuart, Bonnie Prince Charlie. Der Duke of Athole richtet eine rote Standarte mit einem weißen Kreis auf und ein ohrenbetäubender Jubel erhebt sich von den anwesenden Männern. Dann ergreift der Prinz selbst das Wort und erklärt seine Absicht im Namen seines Vaters, des rechtmäßigen Königs von Groß Britannien und Irland, den Thron von Schottland zu besteigen. Nach anfänglichen Erfolgen bei Prestonpans und Carlisle wendete sich das Glück als das jakobitische Heer auf seinem Marsch nach London, Derby erreicht hatte. Die Hochländer wollten zum Winter nach Hause, unter den Befehlshabern war Streit ausgebrochen.  Am 6. Dezember wurde der Rückzugsbefehl gegeben und damit begann der Gewaltmarsch, der vier Monate später auf dem Schlachtfeld von Culloden sein Ende fand.
Die Männer, die sich am 16. April 1746 den englischen Truppen stellten waren demoralisiert, hungrig, müde und hoffnungslos in der Unterzahl. Die Vision war im Licht der Realität verblasst und selbst dem jüngsten Trommlerjungen war mittlerweile klar, dass die Chancen die folgende Schlacht zu überleben gleich Null standen. Umso beeindruckender die Tatsache, dass die knapp 5000 Mann dennoch ihrem Prinzen in den Kampf, und vielfach in ihr Grab, folgten.
Obwohl viele Clans bei Culloden unter der Führung ihres Häuptlings oder seines Vertreters kämpften, war dies nicht immer der Fall. Einige waren gegen den Willen ihres Häuptlings dabei; am Tag der Schlacht schlossen sich einige kleine Gruppen den größeren an. Die Liste derjenigen, die für den Prinzen kämpften, könnte mangelhaft sein aber es waren Mitglieder der folgenden Clans dabei:
Cameron, Chisholm, Drummond,Farquharson, Ferguson, Fraser, Gordon, Grant, Innes, MacDonald, MacDonell, MacGillivray, MacGregor, MacInnes, MacIntyre, Mackenzie, MacKinnon, Mackintosh, MacLachlan, MacLeod of Raasay, MacPherson, Menzies, Murray, Ogilvy, Robertson, Steward of Appin.

Am Dienstag den 15. April feierte der Herzog von Cumberland seinen 25. Geburtstag. Die Schlacht des folgenden Tages wurde gewissermaßen dadurch beeinflusst. Während das Heer des Prinzen auf Drumossie Moor wartete, tranken die Soldaten des Herzogs in ihrem Lager auf sein Wohl.
Charlie lies seine Leute abtreten. Sie hatten Hunger, ihr Proviant war in Inverness zurückgeblieben. Und die Betrachtung des Geländes, auf dem sie am nächsten Tag kämpfen sollten, wird ihnen auch wenig Trost gegeben haben. Lord Murray schrieb später" Nirgendwo hätte man ein weniger geeignetes Gelände für die Hochländer aussuchen können"
Er selbst hatte es nicht gewählt, sondern der Ire, John William O`Sullivan, der als Generaladjutant und Armeequartiermeister stark in der Gunst des Prinzen stand, der aber - laut Lord George - ein Idiot war. Der Prinz hatte beschlossen, in der Schlacht persönlich das Kommando zu führen. Er fand es immer leichter, die Schmeicheleien O`Sullivans und den Rat seiner Lieblingsoffiziere anzunehmen, als die kühle Schätzung militärischer Erfahrung. Die Schlacht war vielleicht schon im voraus verloren, denn die Wahl des Kampfgeländes, wie es sich herausstellte, führte direkt zur Katastrophe.Für das Manövrieren der disziplinierten Infanterie Cumberlands hätte das breite, kahle Moor nicht günstiger sein können. Das offene Feld erlaubte es ihm, seine große Überlegenheit an Kavallerie auszunutzen und, wie der Verlauf der Schlacht bewies bot die Flachheit des Geländes eine ausgezeichnete Angriffsfläche für seine Artillerie. Etwas südlich, an der anderen Seite des Nairn Flusses, war das Gelände gebrochen und hügelig. Dies wäre weit günstiger gewesen für ein Heer, das überwiegend aus Hochländern bestand und das nur eine Taktik beherrschte - den verheerenden, ungebändigten Sturmangriff, dessen Wirkung mit Schwert und Dolch vervollständigt wurde. Vielleicht ahnte Lord George Murray die kommenden Ereignisse auf Culloden Moor allzu klar heraus. Er schlug einen Nachtangriff auf Cumberlands Lager vor, denn er meinte, die feiernden Soldaten würden wie Bettler besoffen sein. Gegen Abend zog das Heer des Prinzen in zwei Kolonnen aus um eine Zangenbewegung auszuführen. Die Verzögerungen aber vermehrten sich und sie waren immer noch 2 Meilen vom Ziel entfernt, als ihnen nicht nur klar wurde, dass sie erst bei Tageslicht angreifen konnten, sondern auch dass die Soldaten des Herzogs bereits aufwachten. Die erhoffte Überraschung blieb aus. Ein Offizier der Jakobiten schrieb später, ’also marschierten sie zurück und kamen gegen 7 Uhr morgens nach Culloden. Die Ermüdung dieses Nachtmarsches, dazu der vorherige Mangel an Schlaf und der Mangel an Proviant verursachten großes Murren unter den einfachen Soldaten. Manche beschwerten sich bitterlich in Gegenwart des Prinzen, was ihn sehr bedrückte, andere schliefen im Park von Culloden oder irgendwo in der Nähe der Landstraße ein und wachten erst dann auf, als der Feind schon dabei war, ihnen die Kehle durchzuschneiden.’ Cumberland marschierte auf den Fersen des Heeres vom Prinzen, während es immer noch vom zwecklosen Nachtfeldzug zurückkehrte. Um 5 Uhr morgens wurde das Lager in Nairn abgebrochen und in drei Kolonnen zog die Armee, von links durch die Kavallerie und von vorne durch die Späher Campbells geschützt, auf Culloden zu. Es bestehen viele Berichte und Pläne der Schlacht, so viele, daß sie verwirrend wirken, sogar diejenigen, die von Mitkämpfern oder Augenzeugen herstammen, unterscheiden sich erheblich. Was hier folgt, soll nicht als definitiv betrachtet werden, es wird aber mehr oder weniger generell angenommen. Der Prinz befahl, dass seine Soldaten sich wie am vorigen Tag aufstellen sollten, die Infanterie in zwei Linien, seine schwache Kavallerie hinten und seine erbärmlich wenige Artillerie – dreizehn verschiedene Geschütze – in drei Batterien rechts, links und in der Mitte der ersten Kampflinie. Seine Streitkraft war klein, weniger als 5000 Mann. Diejenigen, die anderswo abkommandiert waren, wurden zurückgerufen - nicht alle aber trafen rechtzeitig ein. Darunter die MacPhersons, die Moy Hall erreichten als die Schlacht schon im Gang war. Viele waren losgezogen um Essen zu suchen, andere, die erschöpft waren, schliefen.Über die Stärke von Cumberlands Streitkräften sind sich die Experten nicht einig aber der allgemeinen Meinung nach hatte er 2000 oder 3000 Mann mehr als der Prinz. Um 11 Uhr standen sich die beiden Armeen gegenüber. Charles sah durch und durch wie ein Prinz aus. Er trug einen Tartanrock, eine Mütze mit weißer Kokarde und ein leichtes Schwert, während er seine Truppen ermutigte. Der Tradition nach stammt die weiße Kokarde ( das Kennzeichen der Jakobiten ) von einer weißen Rose, die der Prinz während des Vormarsches neben Fassfern, am Loch Eil pflückte. Sie wurde gewöhnlich aus mehreren Schleifen zusammengesteckt und an der Mütze getragen. Die ersten Schüsse fielen von den Jakobiten, eine Kugel soll beinahe den Herzog getroffen haben. Es gab aber kein Artillerieduell. Der Kommandant des Artilleriezugs in der Armee des Herzogs war der Titualoberst William Belford, der zu der Zeit als ein äußerst erfahrener Artillerist galt und der seine Leute dementsprechend gedrillt hatte.Die Engländer eröffneten das Feuer mit verheerender Wirkung. Die Kugeln rissen große Lücken in den Reihen der Hochländer und die Kanonen der Jakobiten konnten keine wirksame Antwort geben. Der Wind blies Schneeregen und feindlichen Pulverrauch in die Gesichter der Clansleute und die lange, tartanbekleidete Linie konnte nur dastehen und das Gemetzel mitansehen. Einige Schüsse wurden über ihre Köpfe gegen den Prinzen und seine Kommandogruppe abgezielt; sein Diener wurde getötet und sein Pferd wurde unter ihm weggeschossen. Die Minuten vergingen und Belfords Geschütze brüllten. Das Befehlswort für den Sturmangriff - Claymore - wurde aber nicht gegeben. Der Prinz stand zu weit hinten und konnte nicht sehen, was geschah. Lord George Murray, der am rechten Flügel wartete, dass das Befehlswort gegeben wurde, wartete vergeblich, da der Bote, der die Botschaft weitergeben sollte, unterwegs von einer Kanonenkugel getötet wurde. Die Kanonen der Engländer donnerten unerbittlich. Sie schossen jetzt Kartätschen - Kanister voller Nägel, Bleikugeln und Schrott. Jetzt kämpfte auch die Infanterie, mit gutgedrillter und tödlicher Routine, die eine Reihe feuerte, während die andere auflud. Das Gemetzel war entsetzlich. Trotzdem drangen die Clansleute immer nach vorne, mit Schwert, Beil und schwingenden Sensen. Aber nur am rechten Flügel gelang der Angriff und dort mussten die Hochländer erst über Tote und Verwundete klettern um an den Feind zu kommen. In der Mitte erreichte der Ansturm die feindliche Linie nicht. Aufgrund des Kartätschen - und Musketenfeuers blieb er stehen.Links gelang es den MacDonalds nicht besser. Sie hatten zusehen müssen, wie der rechte Flügel und die Mitte zusammenbrachen. In der Verwirrung, als der Angriffsbefehl ausblieb, war ihre rechte Flanke ungedeckt geblieben. Sie versuchten durch kurze Anstürme den Feind zu einem Gegenangriff zu locken, wobei sie schreckliche Verluste erlitten. Als Lord Murray sah was geschah, kämpfte er seinen Weg zurück, in der Absicht, die zweite Linie der Hochländer voranzubringen. Aber bis dahin war alles vorbei.Ausnahmsweise konnte auch O`Sullivan - der für die Wahl dieses katastrophalen Kampfplatzes verantwortlich war - eine genaue Schätzung der militärischen Lage geben, wenn auch nicht ganz militärisch ausgedrückt. " Es geht alles zum Teufel!" meinte er. Der Prinz, verwirrt und erschüttert, sogar in Tränen über den Verlauf der Dinge, wurde auf seinem Pferd vom Schlachtfeld geführt. Wenn er es auch noch nicht begriff, hatte er mehr als nur eine Schlacht verloren, die Sache der Jakobiten war unwiderruflich dahin. Auf dem Schlachtfeld und dahinter begann bereits ein systematisches Verfahren von Mord und Verstümmelung, worüber ein englischer Historiker später schrieb: " Wahrscheinlich hat keine britische Armee je zuvor oder je nachher eine so schandvolle Tat begangen!" Die Schlacht dauerte weniger als eine Stunde. Ihre Folgen aber wirkten sich auf die ganze Zukunft des Hochlandes aus. Was vom Heer des Prinzen übrig blieb, zog sich unter Lord Murray nach Ruthven in Badenoch zurück. Auf Drumossie Moor, ( heute Culloden ) wo die Toten und Verwundeten lagen und auf der Straße nach Inverness, die voller Flüchtlinge war, begann eines der schlimmsten Kapitel der britischen Geschichte. Ohne Unterschied, mordeten die Dragoner von Cumberland nicht nur die flüchtenden Clansleute sondern auch unschuldige Zuschauer, darunter Frauen und Kinder. Am folgenden Tag gab der Herzog den Befehl, alle Häuser in der Nähe des Schlachtfeldes nach Rebellen abzusuchen. Die Männer sollten darauf achten, dass der gestrige Tagesbefehl der Rebellen darauf bestand "Keinen Pardon" zu geben. Durch die Andeutung, dass seine Leute dieselbe Behandlung hätten erwarten können, wenn der Prinz gesiegt hätte, erlaubte Cumberland stillschweigend seinen Soldaten weiter zu töten. Aber Cumberland log. Der Tagesbefehl den Lord Murray ausgegeben hatte, enthielt keine solche Anweisung und die Worte "keinen Pardon" wurden als plumpe Fälschung hinzugefügt. Diese Fälschung erreichte ihren Zweck. Das Töten dauerte tagelang. Über 30 Offiziere und Soldaten der Hochländer, wurden in einer Scheune im Gut Old Leanach gefunden, die Tür wurde verriegelt und die Scheune in Brand gesteckt.

 

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